Projektbeschreibung
Neben den Herausforderungen durch den Klimawandel und den daraus erforderlichen Anpassungen, bestehen auch Chancen für ein gesundes Miteinander und sozialen Zusammenhalt mit Respekt vor den planetaren Grenzen. Unser zentrales Anliegen ist es Chancengerechtigkeit zu fördern insbesondere durch die Arbeit mit dem Settingansatz der WHO (Lebenswelten).
Vor diesem Hintergrund wurden vom BIGSo seit 2022 Maßnahmen der Klimagesundheitsförderung in ausgewählten Kitas und Pflegeeinrichtungen in Berlin und Brandenburg partizipativ entwickelt, erprobt und umgesetzt.
Die Grundlage für das Projekt legte die explorative Forschungsetappe „KliGeS I“, aus welcher Handlungsempfehlungen für eine klimagesunde Settingprävention herausgearbeitet wurden.
Ab April 2023 lief der explorative Teil: „KliGeS II“, welcher das Ziel verfolgte, Maßnahmen der Klimagesundheitsförderung in Zusammenarbeit mit den Einrichtungen vor Ort zu implementieren.
Der partizipative Arbeitsprozess orientierte sich am 7-Phasen-Modell der Organisationsentwicklung, in Anlehnung an Geene & Rosenbrock (2012) und wurde für KliGeS II modifiziert.
Folgende Themen rückten in der Arbeit mit den Einrichtungen u.a. in den Fokus: Raumgestaltung, Mülltrennung, Umstellung auf eine klimagesunde Gemeinschaftsverpflegung oder das Anlegen einer klimagesunden Gartenanlage.
Weitere Details zu den Projektphasen sind unter dem Reiter "KliGeS-Etappen" zu finden.
In 2025 wurde eine Ergänzung der analogen Prozesse durch ein digitales Modul angestrebt. Leider konnte durch ein ausbleiben der Weiterfinanzierung das Digitalisierungsprojekt „KliGeS III“ nicht in die Umsetzung gebracht werden.
Laufzeit:
Durchführung:
Berliner Institut für Gesundheits- und Sozialwissenschaften (BIGSo)
Projektleitung:
Projektkoordination:
Nadja Höhl (M.Sc.PH)
Nekisa Bagheri (M.Sc.PH)
Projektmitarbeitende:
Eric Krase (M.Sc.PH)
Luis Stängl (M.Sc.PH)
stud. Projektmitarbeitende:
Lena Siedler (cand. M.Sc.PH)
Jakob Walther (cand. M.Sc.PH)


Ein zentrales Fazit: Nachhaltigkeit gelingt nur, wenn Projekte von Beginn an auf Verstetigung ausgerichtet sind und verschiedene Ebenen – von der Praxis bis zur Strukturentwicklung – zusammengedacht werden.
Der Beitrag des KliGeS-Teams zeigt einmal mehr, wie wichtig Austauschformate sind, um voneinander zu lernen und gemeinsam tragfähige Lösungen für eine nachhaltige Gesundheitsförderung zu entwickeln.
Im Rahmen des diesjährigen Kongresses Armut und Gesundheit gestaltete das KliGeS-Team gemeinsam mit der Arbeitsgruppe Good Practice des Kooperationsverbundes Gesundheitliche Chancengleichheit einen Workshop zur langfristigen Verstetigung gesundheitsfördernder Projekte. Ziel war es, zentrale Erfolgsfaktoren für nachhaltige Strukturen in der Praxis zu diskutieren und gemeinsam weiterzudenken.
Der Workshop war geprägt von einem intensiven Austausch: Die Teilnehmenden brachten vielfältige Erfahrungen aus ihren eigenen Projekten ein und diskutierten praxisnah, welche Bedingungen es braucht, damit Gesundheitsförderung langfristig wirken kann. Besonders im Fokus standen dabei zentrale Good Practice-Kriterien wie die Sicherung langfristiger Finanzierung, personelle Kontinuität sowie die Bedeutung von Multiplikation und integrierten, strategisch ausgerichteten Ansätzen.

Nach drei Jahren intensiver Projektarbeit fand der Abschlussworkshop des KliGeS-Projekts im BIGSo statt. Projektbeteiligte kamen zusammen, um gemeinsam auf die vergangenen Jahre zurückzublicken und zentrale Entwicklungen zu würdigen.
Im Mittelpunkt des Treffens stand der Austausch: In angenehmer Atmosphäre mit kleinen Snacks und viel Raum für Gespräche wurden Erfahrungen reflektiert, Erfolge sichtbar gemacht und wertvolle „Geheimrezepte“ aus der Praxis geteilt. Der Workshop bot die Gelegenheit, zentrale Erkenntnisse zu bündeln und gemeinsam zu diskutieren.
Ein weiterer Programmpunkt richtete den Blick nach vorn: Neben einem Input zu möglichen Förder- und Verstetigungsperspektiven wurde deutlich, wie wichtig es ist, die entstandenen Strukturen langfristig zu sichern und weiterzuentwickeln.
Mit dem Abschluss des Projekts endet vorerst auch die aktuelle Förderphase. Wir blicken mit großer Dankbarkeit auf die Unterstützung durch den PKV-Verband zurück, die es ermöglicht hat, ein kompetentes Team im Bereich Organisationsentwicklung und Klimagesundheitsförderung aufzubauen. Die im Projekt gewonnenen Kompetenzen, Erfahrungen und Netzwerke bilden eine starke Grundlage, um die angestoßenen Entwicklungen weiterzuführen.
Aktuell werden Möglichkeiten geprüft, wie die Arbeit in diesem Themenfeld fortgesetzt und weiterentwickelt werden kann. Interessierte Akteur:innen und potenzielle Partner sind eingeladen, mit uns ins Gespräch zu kommen und gemeinsam Perspektiven für eine Fortführung zu entwickeln.
Den feierlichen Abschluss bildete die Übergabe der Zertifikate an die teilnehmenden Einrichtungen – als Anerkennung für ihr Engagement und ihre geleistete Arbeit im Projekt.
Der Workshop markiert damit nicht nur einen Abschluss, sondern auch einen Übergang: Die Grundlagen für eine Weiterarbeit sind gelegt – nun gilt es, neue Wege zu finden, um die angestoßenen Entwicklungen fortzuführen.
Fachgespräch: Digitale Medien – Wissenschaftskommunikation bei Fragen von Klima- und Gesundheitsförderung
Am 9. Februar 2026 fand im BIGSo ein Fachgespräch mit Prof. Dr. Kai Kolpatzik und Dr. Bernhard Goodwin statt. Ziel war es, Ansätze zu identifizieren, wie digitale Medien und KI-gestützte Formate wirksam, evidenzbasiert und sozial gerecht in der Klimagesundheitsförderung eingesetzt werden können – als Grundlage für die Weiterentwicklung der KliGeS-Digitalstrategie.
Zentrale Impulse aus dem Fachgespräch
Das Fachgespräch hat wichtige Impulse geliefert, wie digitale Strategien künftig gestaltet werden können – mit dem Anspruch, gesundheitliche Chancengleichheit zu fördern und Klimaschutz mit Gesundheitsförderung systematisch zu verbinden.
60. DGSMP Jahrestagung 2025 „Teilhabe und Ko-Kreation“:
17.-19.09.2025
KliGeS war bei der Pre-Conference auf der 60. DGSMP-Jahrestagung 2025 vertreten:
Linked-In Beitrag: “Klimagesundheitsförderung durch Organisationsentwicklung gemeinsam gestalten – partizipativ, digital, nachhaltig”
DRK-Wohlfahrtskongress „Mehr Menschlichkeit“ im Umweltforum (Berlin):
25.-26.03.2025
Thema: „Klimagesundheitsförderung und Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen – von der Vorsorge bis zur Praxis“.
Durchführung eines Workshops im Rahmen des Schwerpunktthemas „Sozial und ökologisch nachhaltige Lösungen schaffen“ zusammen mit Frau Dr. Heidi Oschmiansky (DRK Generalsekretariat).
30. Kongress „Armut und Gesundheit“ im Henry-Ford-Bau der FU (Berlin):
17.-18.03.2025
Thema: „Gesundheit fördern heißt Demokratie fördern“.
Durchführung eines Workshops zum Thema „Prospektiver Einsatz der Good Practice-Kriterien des Kooperationsverbunds ´Gesundheitliche Chancengleichheit´ am Beispiel von Klimagesundheitsförderung.“
Zukunftsforum Public Health (ZfPH) im Umweltforum (Berlin):
12.-13.12.2024
Thema: „Public Health in Zeiten multipler Umbrüche“
Fachkonferenz „Präventionsnetze im Alter. Gemeinsam handeln für gesunde Kommunen“:
11.11.2024
Kooperationsverbund Gesundheitliche Chancengleichheit im Rahmen der Nationalen Präventions-Initiative „In Zukunft gesünder“
21. Landesgesundheitskonferenz Berlin:
16.10.2024
Thema: „Das sind wir ihnen schuldig!“ Kindergesundheit auf sichere Füße stellen
22. Jahrestreffen des Kooperationsverbundes Gesundheitliche Chancengleichheit:
09.10.2024
Thema: „Gesundheitsförderung und Demokratie. Partizipation ist der Schlüssel“
29. Kongress „Armut und Gesundheit“ im Henry-Ford-Bau der FU (Berlin):
05.-06.03.2024
Planetary Health Forum:
30.11.-01.12.2023
PKV-Ideenwerkstatt:
08.11.2023
Austausch und Vernetzung
Präventionsforum:
14.09.2023
Vdek Zukunftspreis:
18.10.2023
7. BZgA Bundeskonferenz im Forum 3 34:
11.10.2023
Vorstellung von KliGeS
Deutscher Pflegetag:
28.-29.09.2023
15th European Public Health Conference, Hub 27 (Berlin):
9.-12.11.2022
Thema: "Strengthening health systems: improving population health and being prepared for the unexpected"
Pre-Conference zum Thema: "Health promoting settings and climate change"
Dokumentation EUPHA-Tagung - Geene, R., Hartung, E., Höhl, N., Kamala, D. (9.11.2022)
Arndt, N., Geene, R., Hartung, E., Ihm, M., Krase, E., Lehmann, F. (2026). Klimagesundheitsförderung – ein Schlüsselbegriff zur Entwicklung von Strategien zur klimafreundlichen Prävention und Gesundheitsförderung in Lebenswelten. In: Kolhoff, L. (eds) Aktuelle Diskurse in der Sozialwirtschaft VI. Perspektiven Sozialwirtschaft und Sozialmanagement. Springer VS, Wiesbaden. https://doi.org/10.1007/978-3-658-49577-0_7
Arndt, N., Geene, R., Hartung, E., Ihm, M., Krase, E., Lehmann, F., Rieck, T. (2025). Klimagesundheitsförderung – ein Schlüsselbegriff zur Entwicklung von Strategien zur klimafreundlichen Prävention und Gesundheitsförderung in Lebenswelten. In: Kolhoff, L. (Hg). Aktuelle Diskurse in der Sozialwirtschaft. Wiesbaden: Springer VS. https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-43290-4
Krase, E., Geene, R., Arndt, N., Hartung, E., Ihm, M., Lehmann, F. (2024). Klimagesundheitsförderung. In: Hartung, S., Wihofszky, P. (eds) Gesundheit und Nachhaltigkeit. Springer Reference Pflege – Therapie – Gesundheit. Springer, Berlin, Heidelberg. https://doi.org/10.1007/978-3-662-64954-1_46-1
Geene, R., Hartung, E., Grapentin, N., Thiele, M., Höhl, N., Kamala, D. & Krase, E. (2023): Abschlussbericht zur wissenschaftlichen Forschung des Forschungs- und Praxisprojekts „Ansätze zur klimagesunden Prävention und Gesundheitsförderung in Lebenswelten“ im Sinne des § 20a SGB V und § 5 SGB XI, kurz: Ansätze für eine klimagesunde Settingprävention - KliGeS.
Gefördert wird das Projekt vom Verband der Privaten Krankenversicherung e.V. (PKV).
Der PKV-Verband vertritt die Interessen der privaten Kranken- und Pflegeversicherungsunternehmen in Deutschland.
Seit 2017 ist der PKV-Verband stimmberechtigtes Mitglied der Nationalen Präventionskonferenz (NPK) und beteiligt sich daher an der Umsetzung von Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Prävention in Lebenswelten gemäß §20a SGB V und § 5 SGB XI.
Mit der Förderung innovativer Projekte in verschiedenen Lebenswelten verfolgt der PKV-Verband das Ziel, gesundheitsfördernde Strukturen langfristig zu etablieren und die Voraussetzungen insbesondere für ein gesundes Aufwachsen und Älterwerden zu verbessern.
Ein herzlicher Dank gilt unseren direkten Ansprechpartner*innen aus dem PKV-Verband: Theresa Louis, Martin Reemts und Dr. Timm Genett.
Die PKV hat die Projekte KliGeS I, II und II a+ finanziell getragen und damit möglich gemacht.
Vielen Dank!