FamGeFö

 

Familiäre Gesundheitsförderung, insbesondere bei Allein- und Getrennterziehenden

 

Projektbeschreibung

 

Familien mit allein- oder getrennterziehenden Eltern stehen häufig vor besonderen sozialen, ökonomischen und organisatorischen Herausforderungen, die sich auch auf ihre gesundheitlichen Ressourcen und Teilhabechancen auswirken können. Für Gesundheitsförderung und Prävention stellen sie daher eine wichtige Adressatengruppe dar. Gleichzeitig werden ihre spezifischen Lebenslagen in bestehenden Angeboten und Strukturen bislang nur teilweise berücksichtigt.

 

Das Projekt FamGeFö – Familiäre Gesundheitsförderung, insbesondere bei Allein- und Getrennterziehenden setzt hier an und zielt darauf ab, gesundheitsfördernde Strukturen für Allein- und Getrennterziehende weiterzuentwickeln und bedarfsgerecht auszubauen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Stärkung der psychischen Gesundheit, der Verringerung sozial bedingter Ungleichheiten von Gesundheitschancen sowie der Sensibilisierung für die Vielfalt von Familien- und Betreuungsmodellen. Die Umsetzung erfolgt in den Modellregionen Charlottenburg-Wilmersdorf und Marzahn-Hellersdorf.

 

Wie bereits in den Vorgängerprojekten (FamGef, FamGeKi und KiFa) verbindet FamGeFö Organisationsentwicklung, wissenschaftliche Begleitforschung sowie die Qualifizierung von Gesundheitsmittler*innen. Im Rahmen der Organisationsentwicklung werden bestehende Maßnahmen und Projekte zur Förderung der Familiengesundheit gemeinsam mit lokalen Akteur*innen weiterentwickelt.

Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Stärkung von Allein- und Getrennterziehenden durch

  • die Förderung niedrigschwelliger, stigmatisierungsarmer und lebensweltbezogener Angebote in Kooperation mit Familienzentren
  • den Ausbau kommunaler Netzwerkstrukturen
  • die Qualifizierung von Stadtteilmüttern und Bildungsbotschafter*innen

 

Ehrenamtliche Gesundheitsmittler*innen werden als Peer-Akteur*innen in Kooperation mit Familienzentren eingebunden und erleichtern den Zugang zu Informations- und Unterstützungsangeboten.

 

Die wissenschaftliche Begleitforschung umfasst teilstandardisierte Interviews sowie Fokusgruppen mit Allein- und Getrennterziehenden, um ihre Lebenslagen und Bedarfe systematisch zu erfassen und in die Weiterentwicklung gesundheitsfördernder Strukturen und Angebote einfließen zu lassen.

 

 

Laufzeit:

01.02.2026 bis 31.01.2028

 

Durchführung:

Sozialdienst katholischer Frauen e.V. Berlin (SkF)

Berlin School of Public Health

Europa-Institut für Sozial- und Gesundheitsforschung e.V.

 

Projektleitung:

Prof. Dr. Raimund Geene

Andrea Keil

 

Projektkoordination:

Eric Krase (M.Sc.PH)

Nekisa Bagheri (M.Sc.PH)

 

Projektmitarbeitende:

Fleur Riefler (cand. M.A. Sozialwissenschaften)

Tim Becker (cand. M.A. Praxisforschung in Sozialer Arbeit und Pädagogik)

Robin Williams

 

 

 

Interesse am Projekt mitzuwirken?

 

 

Wir suchen Allein- oder Getrennterziehende aus Charlottenburg-Wilmersdorf und Marzahn-Hellersdorf, die in einem Interview von ihrer Lebensrealität und ihren Bedürfnissen erzählen möchten.

 

Das Projekt soll zu mehr Sichtbarkeit und zur Verbesserung eurer Lebensbedingungen führen.

 

Tritt gerne mit uns in Kontakt: eric.krase@charite.de

 

Pöbel, A., Keil, A., Riefler, F., Geene, R. (2026) Abschlussbericht Familiäre Gesundheitsförderung (FamGeF)

 

Deutscher Bundestag (Hrsg.) (2025) Zehnter Familienbericht. Unterstützung allein- und getrennterziehender Eltern und ihrer Kinder. Bundesanzeiger Verlag GmbH Drucksache 20/14510.

 

Pöbel, A., Wieland, C., Keil, A., Geene, R. (2024) Abschlussbericht Familiäre Gesundheit im Kiez (FamGeKi). 

 

Raacke (2024) Zur Lage allein- und getrennterzeihender Väter - Forschungsstandanalyse und Milieu-Rahmenuntersuchung. (FamGef).

 

Raacke (2024) Zur Lage allein- und getrennterzeihender Väter - Forschungsstandanalyse und Milieu-Rahmenuntersuchung. Präsentation (FamGef).

 

Rattay, P., Öztürk, Y., Geene, R., Sperlich, S., Kuhnert, R., Neuhauser, H. et al. (2024) Gesundheit von alleinerziehenden Müttern und Vätern in Deutschland. Ergebnisse der GEDA-Studien 2019 – 2023. J Health Monit. 2024;9(3):e12121. doi: 10.25646/12121

 

Rattay, P., Öztürk, Y., Geene, R., Sperlich, S., Kuhnert, R., Neuhauser, H. et al. (2024) Health of single mothers and fathers in Germany. Results of the GEDA studies 2019 – 2023. J Health Monit. 2024;9(3):e12193. doi: 10.25646/12193

 

Rattay, P., Öztürk, Y., Geene, R., Blume, M., Allen, J., Poethko-Müller, C., Mauz, E., Manz, K., Wieland, C, Hövener, C. (2024) Soziale Lage, Gesundheit und Gesundheitsverhalten von Kindern und Jugendlichen in Ein-Eltern-Haushalten zum Ende der COVID-19-Pandemie. Ergebnisse der KIDA-Studie 2022–2023. Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz doi: 10.1007/s00103-024-03910-9

 

Workshop-Dokumentation Familiäre Gesundheitsförderung mit Vätern (2023)

 

Kuschick, D., Kuck, J., Pachanov, A., & Geene, R. (2023): Health promotion for families with parental alcohol addiction: a systematic review. Journal of Public Health. doi: 10.1007/s10389-023-01845-0.

 

Geene, R., Knörnschild, M., Keil, A. (2022): Kind und Familie. Familiäre Gesundheitsförderung insbesondere mit Alleinerziehenden (KiFa) Abschlussbericht.

 

Kuschick, D., Kuck, J., Rattay, P., Lotysh, A., & Geene, R. (2022): Maßnahmen der verhältnisbezogenen Prävention und Gesundheitsförderung zur Verbesserung der psychischen Gesundheit von armutsbelasteten Familien – Ergebnisse eines Scoping Reviews.    Psychosoziale und Medizinische Rehabilitation 119: 31-46.

 

Kuschick, D., Kuck, J., Rattay, P., Pachanov, A., & Geene, R. (2022): Familiäre Gesundheitsförderung bei Alleinerziehenden und ihren Kindern. Prävention und Gesundheitsförderung 17:488–498. doi:10.1007/s11553-021-00905-1.

 

Strauß, J. (2022): Familiäre Typologien - Eine Überblicksdarstellung zu Sozialmodellen und familiären (Alleinerziehenden-)Typologien. Eine Studie im Auftrag des Projekts „Kind und Familie – Familiäre Gesundheitsförderung insb. bei Alleinerziehenden“

 

Sieland, (2021): Die Perspektive alleinerziehender Mütter auf die Zeit ab der Geburt – Bedürfnisse, Bedarfe und Potenziale für Familiäre Gesundheitsförderung. 

 

 

Gefördert wird das Projekt vom Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) im Rahmen des Förderprogamms „Gesunde Lebenswelten“.

 

Der vdek vertritt die Interessen der sechs Ersatzkassen in Deutschland und engagiert sich aktiv in der Gesundheitsförderung und Prävention. Im Rahmen des Präventionsgesetzes unterstützen die Ersatzkassen Maßnahmen zur Stärkung gesundheitsförderlicher Strukturen in unterschiedlichen Lebenswelten gemäß § 20a SGB V.

 

Mit der Förderung innovativer Projekte trägt der vdek dazu bei, nachhaltige Ansätze der Gesundheitsförderung zu entwickeln und gesundheitliche Chancengleichheit sowie ein gesundes Aufwachsen, Leben und Älterwerden zu unterstützen.